Wednesday, 22. october 2008
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14:44
Nachdem meine Ex-Freundin mich verließ fiel ich erstmal in ein tiefes schwarzes Loch, rappelte mich jedoch nach aussen hin wieder auf. Ich besorgte mir eine Zivildienststelle in einem Altenheim in
der dortigen Kleinstadt. Hier hatte ich meine ersten Kontakte zur politischen Szene. Zwar war ich auch vorher bereits auf einigen demos aktiv, dies war jedoch eher Konsumverhalten, da ich die demo
(wie viele andere auch) nur dazu nutzte mal Stress mit der Polizei anzuzetteln und "auf die Kacke zuhauen"!
Während der Zivildiesntzeit engagierte ich mich und gründete mit Freunden zusammen eine Antifa, was auch dringend nötig war, denn inzwischen machten sich dort immer mehr und mehr Nazis breit und
versuchten sich eine eigene Struktur aufzubauen.
Wir meldeten eine demo an und da ich einer der wenigen Menschen ohne Vorstrafen war wurde ich zum Demoanmelder auserkoren. Irgendwie habe ich mir das ganze ja etwas leichter vorgestellt - aber
Pusteblumenkuchen!
Auflagen über Auflagen falttertern mir in meine Ziviwohnung und irgendwann wurde ich während der Arbeit zur Direktorin des Altenheimes zitiert. O ooh hatten sie etwa herausgefunden, das wir uns
geschickt vor der Arbeit drückten, haben sie womöglich unseren kleinen Nebenerwerb entdeckt, oder ist aufgefallen, das wir uns ab und zu mit Bewohnern in den umliegenden Kneipen rumtrieben.
(Unvergessen an dieser Stelle ist Hermännchen - ungefähr 75 Jahre, der es immer noch schaffte uns unter den Tisch zu trinken und mit seinen Geschichten, wie er es schaffte die Wehrmacht zu umgehen
immer wieder für Heiterkeit sorgte!)
Nein, es gab vorerst keinen Ärger -es war ein Mensch von der Polizei, der mir die Auflagen für die Demo aushändigen wollte und sich mit mir darüber besprechen wollte - so viel Respekt hatte ich
selten von der Direktorin...na sie war wohl früher in der Friedensbewegung und stand damals hinter unserem Vorhaben! Ich musste nur sagen heute nachmittag ist Gruppentreffen und schon hatte ich
frei - ich hatte es läßt sich raten nicht immer Gruppentreffen - naja irgendwie schon, wir trafen uns als Gruppe im Park und fröhnten dem Alkohol und hingen in illegalen Geisteszuständen rum, oder
spielten Playstation o.ä.
Wieso wollte der Polizist mir Unterlagen geben, die ich längst hatte?
Ganz einfach - er zitierte mich zu einer Besprechung, bei der 2 seiner Kollegen mit mir sprechen wollten. Aua, das klang nicht nett.
War es aber! Zwei Herren in Zivil stellten sich als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes vor und wollten sich mit mir unterhalten. Freie Wahl des Cafes...Ich schlug meinen Stammitaliener vor! Kaffee
und Kuchen auf Staatskosten, das ist doch auch mal etwas!
Die Leute waren einfach ein wenig nervös, da es in der Stadt eine alte autonome Struktur gab, die als eine der Ersten ein eigenes Haus besetzt hat - noch vor den Berlinern. Da waren die Leute wohl
noch genervt genug, um gleich einmal den Staatsschutz vorbei zu schicken - horch wer tritt die Türe ein, wird wohl eine Razzia sein!
Ob man es glaubt, oder nicht, sie boten mir auch Geld dafür an, Namen und Adressen zu nennen - aber nix da!
Langsam kam ich wieder auf die gerade Bahn und lernte auch eine nette Frau kennen, mit der ich immerhin fast 1 Jahr zusammenblieb - die einzige Beziehung, die ich beendete. ich habe heute noch ein
wenig ein schlechtes Gewissen, da ich ihr mit dem schluss machen weh getan habe. Zum Glück ist sie mit einem anderen zusammen und hat sich sowieso ihre Figur mit 2 Kindern versaut, inzwischen ist
sie (weit) ausserhalb meines Beuteschemas!