Mittwoch, 22. oktober 2008
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Wie bin ich eigentlich nach Berlin gekommen?
Ganz einfach, da wo ich davor gelebt habe hätte ich nicht mehr wirklich lange gelebt. Ich kann ja mal einen Abriss meiner damaligen Erlebnisse geben, der das Leben auf der Strasse ein wenig
beleuchtet. Abseits der sogenannten Reality Shows wie z.B. "Die Aussreisser"
(völliger Quatsch - sie casten zwar Leute auf der Strasse, geben aber handlungsanweisungen und richten sich absolut nicht nach den Leuten - filmen auch Leute, die absolut nicht gefilmt werden
möchten und wundern sich, wenn es irgendwann mal zu einer Boxerei kommt!)
Also zurück zu dem, was mich nach Berlin getrieben hat:
Ich kannte Berlin bereits aus einer Phase in meiner Jugend, kurz bevor ich zur Bundeswehr sollte, damals war ich am überlegen total zu verweigern - in der Zeit waren die Feldjäger noch aktiver
hinter den Menschen her und da ich ja eine Straftat plante (nämlich Wehrdienstverweigerung) suchte ich die Anonymität einer Großstadt, ergo Berlin.
Ausserdem lief es damals absolut nicht mit meinen Pflegeeltern und ich wäre wahrscheinlich früher oder später eh abgehauen.
Nicht lange gefackelt und ab in den nächsten Zug, meine damalige Freundin kam aus anderen Gründen mit, auf die ich hier nicht eingehen möchte, denn das ist ihre Privatsphäre und daher habe
ich kein Recht dies zu veröffentlichen!
Wie so viele vor, und auch nach uns war unser erster Abend direkt am Bahnhof Zoo, ein Ort, der absolut nicht zu empfehlen ist, da dort die Drogendichte eine sehr hohe ist und auch mit der
Bahnsicherheit und den Polizisten absolut nicht zu spassen ist.
Wir machten uns am nächsten Tag auch gleich auf an den Alexanderplatz in Begleitung eines Berliner Punks, der uns die damaligen Punkerplätze zeigte. Es war ja löeider Winter und wir
brauchten etwas, wo wir warm und halbwegs sicher schlafen konnten, ohne der allgegenwärtigen Gefahr aussgesetzt zu sein a) von der Polizei aufgegriffen zu werden und b) von Nazis im Schlaf
zusammengeschlagen, oder in den Schlafsäcken angezündet zu werden.
Vorsicht vor Nazis
So toll fühlt sich das ganze nicht an, wenn man plötzlich in seinen Schlafsack eingeschweisst ist, wie ein vorgegartes Tiefkühlhühnchen. Einige Punks tragen davon auch Narben an den
Beinen, mehr oder weniger verheilte Brandwunden aus solchen Ereignissen, die in kaum einer Zeitung zu lesen sind - es ist ja leider immer noch Alltag, daß so etwas passiert!
Wir blieben ca. 1 Jahr in Berlin und trennten uns, da wir beide mit anderen Menschen zusammen kamen - im Nachhinein bin ich nicht stolz auf diese Zeit, sie half mir jedoch bei späteren Aussrissen
und Vagabundenleben ziemlich weiter, da ich damals fast noch so etwas wie Welpenschutz hatte, den ich später nicht mehr hatte.
Der Tot ist auf der Straße immer präsent!
Leider kam mein Ex in der Folgezeit auf Schore (Heroin) und war mehrmals gezwungen sich zu prostituieren - in der Folgezeit ging es rapide mit ihr berg ab, aber ich konnte, und sie ließ sich
nicht helfen. Noch heute gehe ich jedes Jahr an ihr Grab. Die Adresse des Grabes und den Todestag werde ich hier aber auch nicht veröffentlichen, da ich alleine trauern will und es so wieso
schon schwer genug ist dort seine Ruhe zu haben, da mir ihre Eltern immer noch die Schuld an Ihrem Tot geben.
Teilweise mögen si da sogar recht haben, aber ich denke das sie auch eine Menge eigener Schuld auf mich projezieren, um so ein wenig schmerzfreier weiter leben zu können. Es sei Ihnen
gegönnt!
Leider denken ja viele Menschen, das ein Leben auf der Straße Frei ist, ja im Sinne von Vogelfrei...Gewalt ist ein täglicher Beglöeiter, angefangen von Menschen, die aus intoleranz ständig
schlechte Sprüche angeben, nach einem treten etc.
Überreagierende polizisten, die ja nichts zu befürchten haben, wenn sie gewalttätige werden!
Nazis, die bereits viel zu viele Freunde und Bekannte ernsthaft verletzt, oder auch getötet haben
Und nicht zu vergessen, die Kälte im Winter, die ich hier hinschreibe (Naturgewalt?) die auch schon so manchem Menschen das Leben gekostet hat.
An alle die sich überlegen ausszureissen - überlegt es euch, das Trebeleben ist kein
Ponyhof!